Otaku bezeichnet extreme Fans und entpricht am ehesten dem englischen Nerd oder Geek.
Vor allem ist Otaku eine japanische Jugendsubkultur und gleichzeitig ein riesiger Markt: rund 1,5 Milliarden Dollar. Der Vortrag des Japaners Danny Choo dazu auf dem Trendtag hat richtig Spaß gemacht! Der letzte Schrei ist dabei nicht nur er selbst, der als “Dancing Trooper” (in Star Wars Sturmtruppen-Kostüm) durch die Straßen und U-Bahnen Tokios tanzt (s.u.), sondern auch die so genannten “Maids.” Das sind Mädchen und Burschen, die gleichermaßen in viktorianischen Dienerinnenkleidchen das Straßenbild japanischer Großstädte prägen.

Dass das auch eine wirtschaftliche Bedeutung hat, machen folgende Jahresumsätze unterschiedlicher Teilmärkte deutlich:
- Anime US$ 301 Mio.
- 2D Girls (Zeichnungen weiblicher Figuren): ist mir entfallen
- Dating Simulation Games (hier wird Romantik simuliert) US$ 495 Mio.
- Manga US$ 604 Mio.
- Otaku-Related Merchandise US$ 249 Mio.
Falls sie bei einer Star Wars- oder Star Trek-Filmpremiere sich schon einmal über die vielen Verkleideten gewundert haben: ja, das sind unsere Otakus! Keine Sorge also, es ist nicht allein ein japanisches Phänomen. O.K. das mit den Röckchen vielleicht schon, und das mit den vollbusigen Sammelfiguren à la Lara Croft vielleicht auch.
Das favorisierte Social Network der Otakus ist “mixi.” Mixi hat 30 Millionen registrierte Nutzer. Das sind fast vier Mal so viele Menschen wie Österreich Einwohner hat! Natürlich gibt es für die Generation Content auch hier einen You Tube-Alias namens “niko niko.” Interessanterweise wollen gerade Otakus jedoch online unerkannt bleiben, in ihrer 2. Identität. Dafür werden im Netz ihre Gesichter oftmals unkenntlich gemacht.
Wer bei den Otakus punkten will, muss sich folgender drei Dinge bewusst sein:
- sie sammeln gerne Merchandise-Artikel (Collection),
- sie sind selbst gerne kreativ (Creativity) und
- sie sind gerne mit ihresgleichen zusammen (Community) – auf Events und online.
Danny Choo hat eine eigene Segmentierung für Otakus vorgestellt, die aus verschiedensten Teilen der Gesellschaft stammen. Die meisten sind zwischen 20 und 30 Jahre alt, mit Ausnahme der “Family Man Otakus”:
- Family Man Otaku 25% aller Otakus gehören zu den verheirateten Männern, oftmals mit Kindern
- Legacy Otaku 23%, sind häufig online und publizieren viel
- Multi Otaku 22%, das sind die Followers
- Social Otaku 18%, sie evangelisieren und verbreiten die Kultur
- Comic Female Otaku 12%, stehen auf 2D Boys und geben viel Geld dafür aus.
Für sie hat Choo eigens eine Plattform namens “Mirai-Gaia” gegründet, über die er Möglichkeiten zum E-Commerce (Collection), für User Generated Content (Creativity) und zum Netzwerken anbietet (Community).
Seine eigene Website hat 2,7 Millionen Unique User pro Monat und 15,8 Millionen Page Views. Das allein signalisiert die Bedeutung des Themas.
Dancing Trooper
Veröffentlicht auf der DenkBloggAde am 10.05.2008