Das Internet ist ein öffentlicher Raum, so auch seine Inhalte. Werbung bedeutet One-Way-Kommunikation. Wer das soziale Internet jedoch ernst nimmt, kommt um den Dialog nicht herum – und Kritik. Auch wenn sie keiner sehen hören will.
(Quelle: wiki.vorratsdatenspeicherung.de)
Die Angst vor dem geschriebenen Wort
Das bezieht sich vor allem auf Blogs, Foreneinträge und Kommentare. Wir sind eine Gesellschaft, in der Fehltritte eher angezeigt werden als Erfolge. Und Fehltritte sind weniger Wert. Wieviel Misserfolge zu einem Erfolg geführt haben, wird selten kommuniziert. Gerade die bieten aber eine große Chance, etwas zu lernen.
Wenn in Weblogs schlecht über ein Unternehmen geschrieben wird, dann wird häufig etwas daran sein. Das ist unangenehm, weil es jetzt (im “neuen” Web) JEDER lesen kann, meist für immer. Das heißt aber nicht, daß diese Kritik nicht zuvor schon am Stammtisch existierte oder gar öffentlich Protest auslöst. Nur haben Unternehmen nie davon erfahren – oder aber: nicht zugehört.
Natürlich gibt es immer schwarze Schafe, die reihenweise Negativmeldungen verbreiten. Sie sind aber die Ausnahme. Eine institutionalisierte öffentliche Diskussion mit zu Unternehmen wird hier versucht: Get Satisfaction.
Eine Kultur der Geschlossenheit
Gerade Unternehmen mit strengen Hierarchien bzw. einem industriellen Wirtschaftsbild haben die größten Probleme offen mit Kritik umzugehen. Denn das kostet nicht nur Nerven, sondern auch Zeit und damit Ressourcen. Hier ist ein Umdenken erforderlich, um mit dem Kunden in Kontakt zu treten, denn: der ist nicht blöd.
Man erinnere sich dabei nur an die “Brent Spar” Bohrinsel, und den von Greenpeace erfolgreich angestoßenen Shell-Tankstellenboykott. Oder derzeit über das Netz verbreitete Proteste wie im Fall Nokia, Bochum. Gar nicht auszudenken, welches Ausmaß hier eine Facebook-Gruppe annehmen könnte.
(Logo von Rolff Spiess via Sierralog)
Dies ist Teil 3 der Serie “Werbung in sozialen Netzwerken.” Vorherige:
Teil 1: Werbung im Web 2.0 – die 7 Herausforderungen
Teil 1a: Werbung im Web 2.0 messen
Teil 2: User machen die Message
Veröffentlicht auf der DenkBloggAde am 02.03.2008